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24.05.2017
Dritte Stolpersteinverlegung mit großer Anteilnahme und Feierstunde im JKG

Von: art

"...Aber unsere Seele lebt!"

"...Aber unsere Seele lebt!"

Dritte Stolpersteinverlegung mit großer Anteilnahme und Feierstunde im JKG

"Wer läutet draußen an der Tür? ... Pack, Liebste, mir mein Waschzeug ein und wein' nicht: sie sind da." Dieses Gedicht von Theodor Kramer aus "Feuerharfe", vorgetragen von Ottmar Rapp, bei der dritten Stolpersteinverlegung in Bruchsal, beschreibt in einfachen Worten die Situation, in der sich Juden befanden in der Zeit des Nazi-Regimes, als sie abgeholt und abtransportiert wurden - die meisten in den Tod.

Schicksale in intensiver Kleinarbeit recherchiert

Oberstudienrat Florian Jung hatte mit Schülerinnen und Schülern des Justus-Knecht Gymnasiums (JKG) auch für diese Stolpersteinverlegung, wie schon zuvor, die Schicksale in intensiver Kleinarbeit recherchiert. Gemeinsam haben sie daraus eine Broschüre erstellt. Bei der abschließenden Feierstunde im JKG verlasen die Schülerinnen und Schüler die 16 Biografien und ließen das Leiden der Menschen deutlich werden. Angehörige sprachen Worte des Dankes und der Erinnerung.

Das Grauen wurde greifbar

Die Bürgerstiftung Bruchsal hat den Druck der Broschüre ermöglicht und ebenso einen der 16 Stolpersteine bezahlt. "Wir sehen dieses Projekt als einen wichtigen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung, zur Völkerverständigung und zum Frieden", sagt Gilbert Bürk, Vorstand der Bürgerstiftung. Die Stiftung war eine der Mitinitiatoren des Stolperstein-Projektes, das vor zwei Jahren begann. "Stolpersteine" sind Pflastersteine mit einer Messingplatte und Namensinschrift, die vor Häusern auf dem Gehweg eingesetzt werden, wo diese Menschen einstmals wohnten. Sie sollen als "dezentrales Denkmal" allen Vorübergehenden ein Zeichen sein. Verlegestellen waren diesmal: Huttenstraße 2 und 26, Friedrichstraße 53, Durlacher Straße 71, Schwimmbadstraße 17 und Bismarckstraße 10.

Bürgerstiftung bezahlte einen Stolperstein und den Druck der Broschüre

Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick dankte ausdrücklich Florian Jung und seinen Schülern für ihre Recherchearbeit. "Die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Wesen des Nationalsozialismus ist prägend und Bewusstseinsbildend", sagte Petzold-Schick. "denn die Jugend ist unsere Hoffnung auf ein friedliches Miteinander."

"Die Jugend ist unsere Hoffnung"

In einem Gedicht des jüdischen Bruchsaler Lehrers und Dichters Ludwig Marx heißt es: "Sie morden den Leib, unsere Seele lebt." Marx wurde nach Dachau deportiert und kam dort ums Leben. Stephen Grosz sagte für die Familie Bär: "Es ist wichtig, die Erinnerung wachzuhalten gegen Ignoranz, Hass und Grausamkeit."

© BürgerStiftung Bruchsal